Live on stage

In diesen Produktionen bin ich derzeit live zu sehen.
Aktuelle Spieltermine auf der Terminübersicht

Der Vorname

Premiere: 11. März 2016 / Theater Ravensburg
Rolle: Vincent Larchet

von Matthieu Delaporte und Alexandre de la Patellière

Ein gemütlicher Abend soll es werden in der schlicht und stilvoll eingerichteten Wohnung des Literaturprofessors Pierre Garaud und seiner Frau Elisabeth. Nur Freunde und Familie sind zu Gast: Elisabeths Bruder Vincent mit seiner schwangeren Frau Anna, dazu Claude Gatignol, Posaunist im Rundfunkorchester und Freund seit Kindertagen.
Für Vincent, einen begnadeten Selbstdarsteller, ist die Runde zu friedlich. Um für “Stimmung” zu sorgen, enthüllt er den fassungslosen Freunden den geplanten Vornamen seines noch ungeborenen Sohnes: Adolphe.

Die Debatte um die Frage, ob man sein Kind nach Hitler benennen darf, ist nur eine der hitzigen Diskussionen dieses Abends, aber sie führt dazu, dass das bisher so gemütliche Familientreffen plötzlich aus dem Ruder läuft. Denn die Jugendfreunde Pierre und Vincent sind nun in der Laune, sich endlich einmal ein paar Wahrheiten zu sagen, die man im Interesse eines gedeihlichen Zusammenlebens besser verschweigen würde. Eitelkeiten treffen aufeinander, mit Lust und Niveau werden Wortgefechte ausgetragen - doch die Contenance verlieren die Alphatiere erst, als Elisabeths und Vincents Mutter Françoise in einer Weise ins Spiel kommt, die sich niemand hat träumen lassen.

Matthieu Delaporte und Alexandre de la Patellière landeten mit ihrer bissigen Gesellschaftskomödie „Der Vorname“ den größten Presse- und Publikumserfolg der Pariser Spielzeit 2010/2011. Das Stück wurde für den Prix Molière nominiert, der höchsten literarischen Auszeichnung in Frankreich, und ist nach der Kinoauswertung wieder dorthin zurückgekehrt wo es hingehört: Ans Theater.

mit Viola Heeß, Ana Schlaegel; Ercan Altun, Alex Niess, Marco Ricciardo
Regie: Karsten Engelhardt / Ausstattung: Werner Klaus / Assistenz: Sarah Kleiner

Die 39 Stufen

Premiere: 4. März 2010 / Theater Ravensburg
Rollen: Sehr viele, sehr sehr viele

PRESSEZITAT
"Ein Feuerwerk der Schauspielkunst - an Komik und Einfallsreichtum kaum zu überbieten."
(Südkurier)

von John Buchan und Alfred Hitchcock - bearbeitet von Patrick Barlow (2006) nach einem Originalkonzept von Simon Corble und Nobby Dimon - Deutsch von Bernd Weitmar

Ein Theaterbesuch ändert Richard Hannays Leben. Während der Vorstellung des Superhirns Mr. Memory, der auf jede Frage eine Antwort findet, fällt ein Schuss, Panik bricht aus und die mysteriöse Annabella Smith fällt buchstäblich in Richard Hannays Arme. Sie fühlt sich verfolgt und bittet ihn, sie mit zu sich nach Hause zu nehmen. Hinter geschlossenen Rollos vertraut sie ihm an, eine Spionin zu sein. Ausländische Mächte hätten geheime Dokumente gestohlen, alles drehe sich um die mysteriösen 39 Stufen, einen Spionagering, der geheime Informationen außer Landes bringen will. Nur wenige Stunden später findet Richard Annabella tot in seiner Wohnung – und sich selbst auf der Flucht vor der Polizei, die ihn für Annabellas Mörder hält.

Er begibt sich auf eine abenteuerliche Reise in das schottische Hochmoor, um dort dem Geheimnis der 39 Stufen auf die Spur zu kommen und sein Land vor Unheil zu bewahren.
Die 39 Stufen ist ein Agententhriller in bester Hitchcock-Manier, spannend und komisch zugleich. Vier Darsteller spielen fast 150 Rollen in einem halsbrecherischen Tempo. Das Stück wurde mit dem Olivier Award für die Best New Comedy 2006 ausgezeichnet.

mit Ana Schlaegel, Markus Hepp, Alex Niess und Marco Ricciardo
Regie: Karsten Engelhardt / Bühne: Werner Klaus / Kostüme: Ruth Siessegger / Assistenz: Shalün Schmidt

Willkommen in deinem Leben

Premiere: 26. September 2014 / Theater Ravensburg
Rolle: Travis Dunn verliebter Automechaniker und Tankwart

von Michael McKeever
(Charlie Cox Runs with Scissors) aus dem Amerikanischen von Frank-Thomas Mende

Als Charlie Cox erfährt, dass er nur noch wenige Monate zu leben hat, wird ihm klar, dass er das bisher noch gar nicht richtig getan hat: Statt selbst zu schreiben, ist er nur ein mittelmäßiger Lektor geworden, und auf die große Liebe seines Lebens wartet er noch immer. Ziellos fährt er mit dem Auto durch die Gegend. Der Anhalter, den er mitnimmt, ist eine reichlich bizarre Type namens Wally und - sein persönlicher Tod. Mitten in der Einsamkeit landen die beiden nach einer Panne in einem trostlosen Motel, wo sie auf die verwitwete Nell treffen. Das ruft wiederum Kiki auf den Plan: sie ist die Liebe. Unsichtbar und unhörbar für alle außer Charlie, liefern sich Wally und Kiki nun ein geistreiches und anrührend komisches Duell um ihn.
Was macht das Leben aus? Dass man es lebt! „Willkommen in deinem Leben" führt dem Zuschauer erfrischend spritzig vor Augen, dass es erst vorbei ist, wenn es vorbei ist.
McKeevers Stück ist ein gelungener Appell, das Dasein auszukosten, romantisch und voll skurrilem Humor, ein modernes Märchen, dessen Dialoge genauso staubtrocken sind wie der Sand in der Wüste Arizonas.

Mit Jutta Klawuhn, Ana Schlaegel, Markus Hepp, Alex Niess und Marco Ricciardo
Regie: Karsten Engelhardt / Bühne: Werner Klaus / Kostüme: Mechthild Scheinpflug / Assistenz: Jana Haberkern

Alle deutschen Dramen an einem Abend

Premiere: 10. Juni 2016 / Theater Ravensburg
Rollen: Maik, Tempelherr, Mephisto, Ferdinand, Don Carlos, Karl Moor, Hauptmann, Sigfried, Dr. McCoy, Simon Chachava, Stimme

Von Robert Löhr

Kann man alle deutschen Dramen an einem Abend spielen? Man kann! Das Theater Ravensburg besinnt sich in seiner neusten Freilichtproduktion auf seinen Bildungsauftrag und verspricht einen Schnelldurchlauf durch die germanische Literatur. Klar, dass das nicht ohne leichte Kürzungen geht. Da gibt es ein freudiges Wiedersehen mit schulischer Zwangslektüre, die man nie wieder sehen wollte; mit Klassikern, um die man bislang einen Bogen machen konnte – und mit Meisterwerken, vor denen man sich zeitlebens gefürchtet hat. Und natürlich fehlt auch das Nationaldrama des deutschen Volkes nicht: der Jedermann. – Ach, der ist aus Österreich? Siehste mal, wieder was gelernt. Der geneigte Bildungsbürger wird so manches Zitat erkennen und wissend lachen – alle Proleten müssen sich leider aufs Lachen beschränken. Denn natürlich verzichten die Ravensburger Reclam-Recken nicht auf Witz: Der Jedermann betritt die Brücke des Raumschiffs Enterprise, bei Brecht geben sich Special- und V-Effects die Klinke in die Hand - und auch die Freunde des Puppentheaters kommen auf ihre Kosten: In Hebbels Nibelungen werden drei Burgunderkaninchen versuchen, Siegfrieds Schwachpunkt zu finden und ihm eine angespitzte Karotte in den Rücken zu rammen.

Alle deutschen Dramen an einem Abend – mit und ohne germanistischer Vorbildung ein hochkultureller Hochgenuss.

Mit: Ana Schlaegel, Jutta Klawuhn, Alex Niess, Marco Ricciardo und Ercan Altun
Bühne: Werner Klaus / Regie: Karsten Engelhardt

Wir sind keine Barbaren

Premiere: 23. September 2016 / Theater Ravensburg
Rolle: Paul

von Philipp Löhle

Fremd ist der Fremde nur in der Fremde, wusste einst Karl Valentin. Wenn das Fremde in Person eines mysteriösen Flüchtlings vor der Tür steht, kann die Welt des gesetzten Durchschnittsbürgers aus den Fugen geraten – mit ebenso komischen wie tödlichen Folgen.
Ein Chor, der im weiteren Verlauf immer wieder in trauter Eintracht die Stimme erhebt, besingt eine Gemeinschaft, in der das WIR großgeschrieben wird. WIR sind in diesem Fall Barbara und Mario und deren neue Nachbarn Linda und Paul. Barbara ist Köchin in einem veganen Restaurant, Mario ist Sound-Entwickler für Motoren von Elektroautos, Linda ist Fitnesstrainerin, was Paul macht, weiß man nicht so genau. Das erste Kennenlernen verläuft holprig, aber die beiden Pärchen finden ausreichend gemeinsame Interessen – Flachbildschirme für die Männer, Yoga für die Frauen.
Doch als eines Nachts ein Fremder auftaucht, dem Barbara kurzerhand Unterschlupf in ihrer Wohnung gewährt, ist es mit den Höflichkeiten vorbei. Der Fremde heißt entweder Klint oder Bobo und kommt aus Asien oder Afrika, so ganz einig ist man sich da nicht. Jedenfalls hat er Schreckliches durchgemacht, was doch zu uneingeschränkter Hilfsbereitschaft verpflichten sollte. Oder stellt er eine Bedrohung dar? Oder vielmehr eine exotische Verlockung?
Komik und Schrecken liegen in dieser flotten Ehekomödie nahe beieinander. Die beiden gut situierten Paare loten ihre herzliche Abneigung zueinander aus, der Fremde bringt Dampf in den nachbarschaftlichen Beziehungskessel. Und der heimatliche Chor ist das Tüpfelchen auf dem i dieser spannenden Gesellschaftssatire.
Ein abgründig witziges Stück von einem Autor geboren in Ravensburg, gespielt vom Theater Ravensburg, mit einem leibhaftigen Chor aus Ravensburg.

Mit: Jutta Klawuhn, Ana Schlaegel, Jan Philip Keller und Marco Ricciardo | Regie: Erik Rastetter | Chorleitung: Kristina Stary | Bühne: Werner Klaus | Assistenz: Holger Sasum

Alonso

Premiere: 10. März 2017 / Theater Ravensburg
Rolle: Rainer Schultheiss

von Stefan Vögel

Wenn Sie “Alonso“ hören, denken Sie wahrscheinlich zuerst an die spanischen Weltmeister Xabi (FC Bayern München) oder Fernando (Formel 1)? Nicht schlecht, aber Sie folgen damit leider einer falschen Fährte.
Dem Hauptdarsteller der neuesten Eigenproduktion des Theaters Ravensburg wäre das sicher nicht passiert: Als mexikanischer Nackthund der edlen Rasse Xoloitzcuintle [Scholoitz-kuint-li] wird Alonso neues Mitglied der Familie Walk und bereichert deren Alltag nicht nur durch seine freundliche und intelligente Art, sondern vor allem sein würdevolles und ruhiges Auftreten tun der eingefahren Beziehung von Trixi und Leo Walk gut.
Sowohl Trixi, in ihrer Funktion als gelangweilte Hausfrau und Mutter eines längst erwachsenen Sohnes, als auch Leo, passionierter Koch und braver Büroangestellter, arrangieren sich schnell mit dem neuen Familienmitglied, der sich üblicherweise Fremden gegenüber misstrauisch zeigt, sich aber ebenso schnell dem idyllischen Vorstadtleben der beiden anpasst. Bis es zum monatlichen Aufeinandertreffen zum Nachtessen mit dem befreundeten Ehepaar Rainer, seines Zeichens Universitätsprofessor und der auf spiritueller Sinnsuche befindlichen Ehefrau Rebecca kommt. Das regelmäßige Treffen bei den Walks wird von Alonso gewaltig durcheinander gebracht.
In der Mythologie der Azteken begleiten diese Hunde mit dunkler ledriger Haut die Seelen der Toten auf dem Weg ins Jenseits. “Höllenhunde” nennt sie der Professor wissend und als ein solcher entpuppt sich Alonso tatsächlich. Er wittert Betrug und Unwahrheiten, die Menschen voreinander verbergen. Denn dann knurrt und bellt er und lässt die untreuen Herrchen und Frauchen zittern.
Der Xoloitzcuintle führt die beiden Ehepaare gewissermaßen als tierischer Lügendetektor in eine emotionale Hölle und das Publikum durch ein starkes Stück komödiantischer Irrungen und Wirrungen, die jedem alle Haare zu Berge stehen lassen, außer natürlich Alonso, dem mexikanischen Nackthund!

Mit: Jutta Klawuhn, (Ana Schlaegel), Alex Niess und Marco Ricciardo Regie: Tobias Bernhardt | Bühne: Werner Klaus

Doppeltüren (Communicating Doors)

Premiere: 25. September 2015 / Theater Ravensburg
Rollen: Reece - Ein Geschäftsmann im Alter von 30 und 70 Jahren

Von Alan Ayckbourn

„Spezialsexberaterin“ Phoebe wird von zwei Männern in die Suite eines Nobelhotels bestellt. Und keiner der beiden will ihre Dienste. Denn in dieser Nacht geht es um mehr – um viel mehr. Die Doppeltür der edlen Hotelsuite entpuppt sich in diesem haarsträubenden Krimi überraschend als Zeitschleuse. Das Zimmer verbindet die Schicksale gleich zweier gewaltsam zu Tode gekommener Frauen; ein dritter Mord steht unmittelbar bevor...Atemlos hasten nun die beiden ehemaligen und das potentielle Opfer quer durch Vergangenheit und Zukunft, um ihr scheinbar besiegeltes Schicksal abzuschmettern. Verfolgt werden die Frauen, die unterschiedlicher kaum sein könnten, von einem wild entschlossenen Killer und einem immer verwirrteren Hoteldetektiv, bis am Ende nichts bleibt, wie es einmal gewesen ist.

Sir Alan Ayckbourn gilt als "Großbritanniens populärster Gegenwartsdramatiker" (The Economist). Für seine rund 80 Stücke ist er mehrfach ausgezeichnet worden. Gut gelaunt spielt er in „Doppeltüren“ mit Zitaten aus Thrillern und Science-Fiction-Filmen und experimentiert fröhlich mit den theatralischen Möglichkeiten von Zeit und dem uralten Traum, für Entscheidungen in der Vergangenheit eine zweite Chance zu bekommen.


Nach den beiden Erfolgsproduktionen „Die bessere Hälfte“ und „Mutprobe“ setzt das Theater Ravensburg erneut ein Stück des britischen Ausnahmeautoren Alan Ayckbourn auf den Spielplan.



Mit Stefanie Friedrich, Jutta Klawuhn, Ana Schlaegel; Wini Gropper, Alex Niess, Marco Ricciardo
Regie: Karsten Engelhardt / Bühne: Werner Klaus / Kostüme: Mechthild Scheinpflug / Assistenz: Sarah Kleiner